Ein anregender Abend in der Stadtbibliothek

Rückblick auf die Lesung von Dieter Bednarz

So schnell vergehen zwei Stunden! Dieter Bednarz, ehemaliger Spiegel-Journalist und Autor, verstand es, seine Zuhörer*innen mit seiner Lesung aus seinem neuen Buch: „Zu jung für alt – Vom Aufbruch in die Freiheit nach dem Arbeitsleben“ zu fesseln. Eingeladen hatte der Treffpunkt Ehrenamt, gekommen waren viele Interessierte, die meisten im mittleren bis fortgeschrittenen Alter – und sie erlebten einen vergnüglichen, aber auch anregenden Abend in der Freisinger Stadtbibliothek.

Dieter Bednarz hatte noch keinen Gedanken an Ruhestand verschwendet, als ihm eine Vorruhestands-Lösung angetragen wurde – eine schmerzliche Erfahrung für den Journalisten. Dann weist ihn seine Frau noch sehr deutlich auf seinen Seniorenstatus hin: „Vergiss nicht, nach deinem Stück Kuchen zu fragen!“ – eine Vergünstigung für über 60jährige im Freizeitpark. Welch ein Tiefschlag für den gefühlten Drachentöter! Doch er verarbeitete diese „Schmach“ auf seine Weise: Er besuchte andere Ruheständler*innen, interviewte Altersforscher*innen oder sprach mit Psycholog*innen. So lotete er aus, welche Veränderungen und Möglichkeiten diese Lebensphase mit sich bringt und wie andere Menschen damit umgehen.

Ratschläge von "Ruheständler" Philipp Lahm
Bednarz beschäftigt sich in seinem Buch mit den unangenehmen Seiten des Älterwerdens, mit körperlichen Einschränkungen, mit Krisen, wenn die Karriere am Ende angekommen ist. Vor allem aber sucht er die guten Seiten des Abenteuers im Alter: Nach vielen Gesprächen mit anderen Ruheständler*innen, Expert*innen und Professor*innen kommt Bednarz zu dem Schluss, dass es nicht genügt, ein bloßes Hobby zu haben – nötig ist eine identitätsstiftende Beschäftigung: Bereits bestehende Interessen vertiefen, nachholen, wofür das Leben bisher keine Zeit gelassen hat, sich auf neue Themen einlassen. Auf der letzten Station seiner Recherchereise besuchte der Journalist Philipp Lahm – ein extrem junger „Ruheständler“, der ihm sechs Ratschläge mit auf den Weg gab. Einer davon: Schon vor Ausklang des Berufslebens aktiv werden und ganz konkrete Projekte suchen, um später den freiwerdenden Raum zu füllen. Eine gute Orientierungshilfe: Der rote Faden des eigenen Lebens – und die Frage: Was ist wirklich wichtig für mich, jenseits von Status-Denken, Geldverdienen, Ansehen?

Jetzt ehrenamtlich aktiv werden!
Ein Tipp des Treffpunkt Ehrenamt für alle, die ebenfalls auf diese Lebensphase zusteuern: ein gemeinnütziges Engagement kann Sinn und Struktur stiften, neue soziale Kontakte bescheren – und einfach Freude machen. Keine Idee? Der Treffpunkt Ehrenamt berät gerne, es gibt auch Termine außerhalb der Sprechzeiten (Dienstag und Mittwoch von 10 bis 12 Uhr und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr) in Raum 10 (Erdgeschoss) des Hauses der Vereine, Major-Braun-Weg 12, 85354 Freising. Terminvereinbarungen sind möglich unter  treffpunkt-ehrenamt@freising.de oder Tel. 08161/54-45252. Weitere Informationen gibt es außerdem auf unserer Webseite unter: https://treffpunkt-ehrenamt.freising.de

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