Das "Archivstück des Monats" für Februar 2020

Stadtarchiv berichtet über Baulinienplan für Goldberg-Siedlung

Der Mangel an Wohnraum insbesondere für mittlere und untere Einkommensschichten gehörte am Beginn des 20. Jahrhunderts zu den drängendsten Problemen Freisings. Die Stadtbevölkerung wuchs kontinuierlich: von 12.557 Einwohnern im Jahr 1906 auf 15.374 Einwohner im Jahr 1920 und auf 19.456 Einwohner im Jahr 1939 (inklusive des 1937 eingemeindeten Dorfes Vötting). Die Ursachen für das Wachstum speziell in Freising sind bislang nicht untersucht worden, jedoch ist anzunehmen, dass sich hier vor allem ein (vergleichsweise später) lokaler Industrialisierungsschub bemerkbar machte. Ab 1914 dürfte die innerhalb einiger Betriebe vollzogene Umstellung auf eine kriegsrelevante Produktion den Zuzug zusätzlich verstärkt haben.

Nicht Schritt halten mit dieser dynamischen Entwicklung konnte der Haus- und Wohnungsbau. Zwar haben sich Verantwortliche schon im Lauf des 19. Jahrhunderts vermehrt Gedanken darüber gemacht, wie eine Freisinger Stadterweiterung aussehen könnte, besonders deutlich etwa im Rahmen des „General-Baulinienplans“ von 1875. Mit Ausnahme der Errichtung des „Villenviertels“ nördlich der Kernstadt (für überwiegend höhere Einkommen) gab es jedoch keine nennenswerten Initiativen. Als sich der Wohnraummangel während des Ersten Weltkriegs verschärfte, rückte die Stadtpolitik um Bürgermeister Stephan Bierner das Thema auf der politischen Agenda weit nach oben.

Konkrete Pläne, in Freising eine Siedlung für mittlere und untere Einkommen zu errichten, finden sich erstmals im Mai 1918. Schon zu diesem Zeitpunkt war das „dem Staatsgute Weihenstephan gegenüber“ gelegene Areal - der heutige Goldberg - dafür in Betracht gezogen worden. Mit einem Baulinienplan des Goldbergs aus dem Jahre 1919, der vor allem die Besonderheit kennzeichnet, dass nicht im rechten Winkel gebaut wurde, hat sich unser Stadthistoriker Florian Notter im aktuellen Archivstück des Monats auseinandergesetzt. Lesen Sie den gesamten Artikel unter: https://stadtarchiv.freising.de 

Ausstellung im Juli feiert "100 Jahre Goldberg" - Stadtarchiv bittet um Unterstützung
In diesem Jahr feiert die Arbeitersiedlung am Goldberg ihren 100. Geburtstag, der im Juli mit einer sehenswerten Ausstellung begangen wird. Florian Notter möchte das beliebte Wohnviertel zwischen Altstadt und Weihenstephaner Berg anhand von Fotografien, Karten und Plänen ansprechend inszenieren. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei bereits von Hans-Michael Miller, der selber am Goldberg wohnt und seit Jahrzehnten Dokumente sammelt. Gleichzeitig hofft Notter aber auch auf Material weiterer ehemaliger oder aktueller Anwohner*innen. Diese dürfen sich gerne telefonisch (08161/54-44700) oder per E-Mail (stadtarchiv@freising.de) bei ihm melden. Im Gegenzug erhalten sie kostenlos den Ausstellungskatalog. 

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