Da freuen sich nicht nur Bienen, Schmetterlinge & Co.

Blühstreifen auf den Feldern im Trinkwasserschutzgebiet

Auf den Feldern rund um das Wasserwerk in Vötting wird es immer bunter. Die Verträge zwischen Stadtwerken und Landwirten stellen hier schon seit 25 Jahren eine grundwasserschonende Bewirtschaftung sicher. Neu ist in diesem Jahr, dass nun auch bunte Blühstreifen das Freisinger Trinkwassereinzugsgebiet durchziehen. „Die Flächen, die die Stadtwerke zusammen mit den Kooperationslandwirten vor Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser schützen, sollen so gleichzeitig auch vielfältige Nahrung für die Insektenwelt liefern“, informieren die Freisinger Stadtwerke in einer Pressemitteilung.  

Vielfältiges Wurzelwerk wird verbessert

Anfang Mai säten die Landwirte deshalb auf 16 geeigneten Flächen artenreiche Blühmischungen an. Die Beratungs-, Saatgut- und Anbaukosten werden auch in diesem Fall von den Freisinger Stadtwerken getragen.

„Wer jetzt im Hochsommer an den Blühstreifen entlangspaziert, kann sehen, dass die ausgesäten Pflanzen sich durchgesetzt haben und ,Unkräuter‘ wie Melde und Hirse den Blühpflanzen nichts anhaben können. Bunt blühend, dicht und gut entwickelt stehen etagenweise Phazelia, Buchweizen und Sonnenblume neben Arten wie Kornblume, Borretsch, Malve, Leindotter, Serradella, Perser-, und Inkarnatklee“, beschreiben die Freisinger Stadtwerke die Situation vor Ort. Und: Nicht nur die Insekten profitierten von der Pflanzenvielfalt, auch der Boden werde durch das vielfältige Wurzelwerk der Pflanzen verbessert.

Netz von Nahrungsquellen

„Nach der Getreideernte ab Mitte Juli bestellen wir möglichst viele Flächen mit nitratspeichernden Zwischenfruchtpflanzen. Diese werden von den Insekten gerne besucht, liefern aber erst ab frühestens Ende August Nektar und Pollen für die Insekten“, erläutert Werner Rauhögger vom Beratungsbüro Ecozept. „Die Blühmischungen dagegen liefern für die Insekten schon viel früher wichtige Nahrung und Pollen.“ Gerade in dieser Zeit fänden sie in der freien Feldflur wenig Nahrungspflanzen. Zusammen mit den im Gebiet schon vorhandenen mehrjährigen Blühflächen und Ackerwildkräutern für die Biogasnutzung bestehe so quer durch das Trinkwassereinzugsgebiet ein Netz von Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten.Die Freisinger Stadtwerke: „Für das nächste Jahr ist geplant, bestehende Stilllegungsflächen mit geeigneten Blühpflanzen für die Insekten aufzuwerten, was zum Zwecke der Biodiversität rechtlich möglich ist. Durch die frühere langjährige Ackernutzung begrünen sich diese Flächen zwar selbständig, es fehlt ihnen aber im Boden oft an geeignetem Samenpotential nektar- und pollenreicher Blühpflanzen.“

Wasser- und Insektenschutz perfekt miteinander zu vereinbaren

Andreas Voigt, Werkleiter der Freisinger Stadtwerke, steht hundertprozentig hinter dem Projekt und möchte es auch in den nächsten Jahren fortführen, „Wasser- und Insektenschutz lassen sich an dieser Stelle perfekt miteinander vereinbaren – ein guter Grund für uns als Stadtwerke, das Projekt zu unterstützen und langfristig finanziell abzusichern“, sagt Voigt.

Um sich vom Erfolg der Maßnahme zu überzeugen, traf sich Werkleiter Voigt mit einigen Landwirten und einem Vertreter des Beratungsbüros vor Ort. Andreas Voigt dankte den anwesenden Vertretern der an der Blühaktion beteiligten Landwirte dafür, dass sie Teile ihrer Felder für Blühflächen zur Verfügung gestellt haben.

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