Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

AGFK-Bewertungskommission zieht positive Bilanz

Geschafft! Bei der Hauptbereisung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) am 26. Oktober 2020 hatte die Stadtverwaltung Gelegenheit, der AGFK-Bewertungskommission die Fortschritte der Stadt Freising im Bereich der Radverkehrsförderung vorzustellen. Die aus einer Präsentation im Großen Sitzungssaal und einer ganz praktischen Fahrradexkursion bestehende Hauptbereisung konnte die Kommission überzeugen: Sie empfiehlt dem Bayerischen Staatsministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr in einem Schreiben an Staatsministerin Kerstin Schreyer die Zertifizierung.

Schon vor knapp viereinhalb Jahren hatte die Stadt Freising die Mitgliedschaft bei der AGFK beantragt. In einer Vorbereisung hatte die Bewertungskommission ihre grundsätzliche Zustimmung erteilt. Die Stadt hatte in der Folge wie alle anderen Bewerber vier Jahre Zeit, für die Hauptbereisung einzelne festgestellte Mängel nachzubessern. Jetzt waren Sarah Guttenberger, Geschäftsführerin der AGFK Bayern, Robert Burschik vom Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) sowie Martin Singer und Birgit Zehetmaier vom Bayerischen Verkehrsministerium wieder zu Gast in Freising.

Zur Präsentation im Freisinger Rathaus konnte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher neben der Kommission Vertreter*innen aus unterschiedlichen Ämtern der Verwaltung, des lokalen ADFC und der Agenda21-Gruppe "Bauen, Wohnen und Verkehr" begrüßen. Nach der Einführung durch den OB stellten Klimaschutzmanagerin Marie Hüneke und Mobilitätsbeauftragter Dominik Fuchs der Kommission die wichtigsten Verbesserungen und zukünftigen Planungen vor. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den zentralen Entwicklungen und Optimierungen in den Bereichen Infrastruktur, Nahmobilität, Service und Information für den Radverkehr. Die Präsentation kann auf unserer Webseite eingesehen werden.

Zügige Verkehrsänderungen sorgen für positive Bewertung
Nach einer kurzen Stärkung begann am Nachmittag die Fahrradexkursion durch Freising. Einige der Highlights waren der Isarsteg Nord, der bei der Vorbereisung nicht besichtigt worden war, die neuen Fahrradstraßen in Freising, der neue Radweg entlang des Schwimmbads und die Bike+Ride- Anlage am Bahnhof. Ausgesprochen positiv bewertet wurde dabei die rasche Umsetzung von erst seit kurzem durch die Änderung der StVO eingeführten Instrumenten wie dem Grünpfeil für den Radverkehr an der Korbiniankreuzung. Auch die zügige Baustellenumfahrung der Altstadt für den Radverkehr durch die Radspur entlang der Kammergasse fand breite Zustimmung.

Im Anschluss an die Besichtigungsfahrt gab die Kommission nach einer Beratung bekannt, dass sie Verkehrsministerin Schreyer empfehlen werde, die Stadt Freising als fahrradfreundliche Kommune zu zertifizieren. Grundlage für die positive Bewertung waren insbesondere die hohe Motivation von Politik und Verwaltung, den Radverkehr zu verbessern, und dabei die konsequente Umsetzung vieler kleinerer Maßnahmen (Fahrradstraßen, Grünpfeile, Baustellenumfahrung der Innenstadt) sowie das Mobilitätskonzept als tragfähige Basis und Ausdruck des starken Willens, dem weiteren Ausbau der Fahrradfreundlichkeit auch in Zukunft hohe Priorität einzuräumen.

Verbesserungspotenzial beim Thema Winterdienst
Verbesserungspotential erkennt die AGFK Bayern in Optimierungen beim Winterdienst, wie sie zur weiteren Stärkung des Radverkehrs auch in der kalten Jahreszeit beitragen könnten, sowie bei der Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht und der Durchlässigkeit von Sackgassen. Die Stadtverwaltung, die gemäß des Mobilitätskonzeptes gemeinsam mit dem Stadtrat Schritt für Schritt weitere Maßnahmen für den Radverkehr umzusetzen will, wird selbstverständlich auch die vorgeschlagenen Aufgaben aufgreifen und baldmöglich, nicht erst bis zur Nachbereisung in sieben Jahren, bereinigen.

Oberbürgermeister Eschenbacher sieht die Zertifizierung als Zwischenschritt auf einem weiten Weg in Richtung fahrradfreundlicher Mobilität, der noch lange nicht beendet ist und weiter aktiv angegangen werden muss. Jetzt hofft die Stadt auf die formale Zusage durch Staatsministerin Schreyer und damit die offizielle Zertifizierung.

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