Auf Abstand, aber nicht minder herzlich

Personalfeierstunde im Freisinger Rathaus

Der Große Sitzungssaal des Freisinger Rathauses war gewohnt festlich eingedeckt – und doch war bei der ersten Personalfeierstunde des Jahres alles ein wenig anders. In Zeiten von Corona und den damit geltenden Hygiene- und Abstandsregeln fallen Ehrungen wie diese deutlich distanzierter, aber nicht weniger herzlich aus. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher musste gemeinsam mit leitenden Vertreter*innen der verschiedenen Ämter sowie Personalratsvorsitzender Monika Zauner gleich acht Mitarbeiter*innen in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Die Ehrung der Jubilare wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf einen späteren Termin verlegt. Statt persönlicher Präsentübergaben inklusive Foto mit dem OB gab es ein zentrales Gruppenfoto mit dem nötigen Sicherheitsabstand.

Eschenbacher dankte den scheidenden Mitarbeiter*innen für ihre zum Teil jahrzehntelangen Dienste. Vor allem zeigte er sich beeindruckt von der enormen Vielfältigkeit der ausgeübten Tätigkeiten: "Wir können wirklich stolz darauf sein, als Stadtverwaltung so breit aufgestellt zu sein. Wir danken Ihnen sehr für Ihr Engagement!"

Dankende Worte für bewährte Fachkräfte
OB Eschenbacher blickte in seiner einleitenden Rede auf die ganz unterschiedlichen Werdegänge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück und sagte anerkennend: "Sie alle haben über die Jahre dabei mitgewirkt, die Lebensqualität in unserer Stadt sicherzustellen und zu verbessern." Vor allem der Abschied von bewährten Kräften fiel Eschenbacher nicht leicht.

Michaela Edel trat 1970 ihre Ausbildung zur Verwaltungsangestellten bei der Stadt an und übte später viele Jahre "in vorbildlicher Weise", wie Eschenbacher betonte, die Vorzimmertätigkeit beim früheren Leitenden Stadtdirektor aus. Nach einer Elternzeit kehrte sie 1998 mit großem Engagement zur Stadt zurück. Ein Jahr später fand sie, wie Eschenbacher beschrieb, ihre "wahre dienstliche Heimat" im Bereich der Kindertagesstätten. "Ich freue mich, dass wir Sie noch geringfügig beschäftigt behalten können!", sagte Eschenbacher. Ihr Vorgesetzter und langjähriger Büronachbar, Referatsleiter Karl-Heinz Wimmer, überreichte Michaela Edel als zusätzliches, persönliches Andenken das Türschild mit ihrem Namen, das er kurz nach der Demontage hatte "retten" können. Veronika Schwarz kam 1972 zur Stadt. Sie arbeitete bis 1979 im Bauamt als Verwaltungsangestellte, kehrte 2001 nach anderen beruflichen Stationen zurück und bewies, wie Eschenbacher betonte, "20 Jahre lang als äußerst fleißige und geschätzte Fachkraft im Bauverwaltungsamt, bzw. bei der Bauaufsicht, echte Allrounder-Qualitäten!"

Wohlverdienter Ruhestand für eine Musiklegende
Als wahres "Musikschulen-Urgestein" wurde Martin Keeser in den Ruhestand verabschiedet. Der langjährige Leiter der Musikschule Freising war 1978 ursprünglich als Aushilfs-Klavierlehrer eingestellt worden. 1986 erhielt er einen unbefristeten Vertrag und machte sich über die Jahre mit bemerkenswertem Engagement einen Namen. Keeser inszenierte zahlreiche Musicals und gründete außerdem das renommierte und hochklassige Freisinger Symphonieorchester. "Martin, du hast auf so vielfältige und wunderbare Weise die Musikschule und die ganze Freisinger Musikszene geprägt, dafür sind wir dir unendlich dankbar", lauteten die sehr persönlichen Worte von OB Eschenbacher. Referatsleiter Wimmer lobte vor allem Keesers bescheidene und deshalb sehr angenehme Art: "Selbstdarstellung ist ihm fremd!"

Großes Engagement für den (musikalischen) Nachwuchs
Verabschiedet wurde auch Birgit Christ, die 1978 ihre Stelle als Kinderpflegerin im Kindergarten Neustift II antrat, 1991 in den Hort wechselte, den sie zwischenzeitlich vertretungsweise leitete. Am 01. Dezember 2019 verabschiedete sie sich in die Freistellungsphase. Ebenfalls im Kindergarten Neustift II begann Monika Seidl ihre Karriere bei der Stadt Freising, jedoch im Jahre 1989. Später wechselte sie in den Kindergarten in Attaching. Nach ihrer Erziehungszeit war sie ab September 1997 viele Jahre im Kindergarten Sonnenhof aktiv. Auch sie befindet sich nun in der Freizeitphase ihrer Altersteilzeit.

Mit Martha Sterniczky verlässt eine Fachkraft mit enormen musikalischen Qualitäten die städtische Musikschule. 2004 begann sie ihre Stelle und war fortan 15 Jahre lang als Geigen- und Bratschen-Lehrerin tätig. OB Eschenbacher lobte die gebürtige Österreicherin für ihr "großes Engagement": "Sie haben sicherlich Ihren Anteil geleistet, den Nachwuchs für unser Symphonieorchester auszubilden und zu fördern!"

Erfrischend herzlich wurde es auch bei der Dankesrede von Referatsleiterin Dr. Hanna Sammüller-Gradl in Richtung Annemarie Vogg, die viele Jahre als Verkehrsüberwacherin im Außendienst tätig war. Sammüller-Gradl erinnerte sich lebhaft an die erste Begegnung mit Vogg und lobte sie vor allem für ihre enorme Lernbereitschaft während ihres gesamten Berufslebens. Auch den souveränen Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern in einem nicht einfachen Arbeitsgebiet stellte sie lobend heraus.

Manuela Wallroth verabschiedete der OB ebenfalls in den Ruhestand. Sie wurde 1997 als Reinigungskraft eingestellt. Schon bald zeigte sich jedoch, dass sie das Klärwerk als Laborantin fachkompetent verstärken konnte, wo sie ab Mai 1998 beschäftigt wurde. Ab 2018 war sie schließlich als Sachbearbeiterin bei der Stadtentwässerung im Einsatz.

Zum Abschluss der Feierstunde saßen Gäste und Vorgesetzte bei einem gemeinsamen Mittagessen beisammen und erzählten sich noch die ein oder andere heitere Anekdote. Trotz Corona-Einschränkungen wurde dadurch ein (sehr angenehmes) Stück Normalität wiederhergestellt.

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