Geschichte des Stadtarchivs

Die Notwendigkeit, Schriftgut langfristig aufzubewahren, ergab sich - wie es im Rahmen der mittelalterlichen Stadtentwicklung allgemein die Regel war - auch für die Stadt Freising mit der Institutionalisierung gemeindlicher Aufgaben in spätmittelalterlicher Zeit. Erste schriftliche Belege, die uns von einer korporativen Repräsentation beziehungsweise von einer behördlichen Organisation der Stadt Kenntnis geben, gehen auf das 14. Jahrhundert zurück: Die älteste Erwähnung eines (heute verlorenen) Stadtsiegels datiert auf das Jahr 1330, vier Jahre später, 1334, findet sich der früheste Hinweis auf einen Stadtrat. 1389 tritt erstmals auch ein Stadtschreiber urkundlich in Erscheinung. Spätestens seit dem 14. Jahrhundert fungierte die Stadt Freising also als organisiertes Gemeinwesen, das gemeindliche Aufgaben wahrnahm und nach außen hin - auch dem Freisinger Fürstbischof als Stadtherrn gegenüber - die Einwohner repräsentierte.

Ansicht des neuen Freisinger Rathauses und des Marienplatzes
Ansicht des neuen Freisinger Rathauses, in welchem sich ab 1909 die Räume des Stadtarchivs befunden haben.

An der rein verwaltungsmäßigen Aufgabe des Stadtarchivs hinsichtlich der Verwahrung und Sicherung von bedeutendem städtischem Schriftgut änderte sich lange Zeit nichts. Der Standort des städtischen Archivs befand sich zunächst im alten Rathaus am Marienplatz, im 19. Jahrhundert gelangte es in die Stadtschreiberei an der Bahnhofsstraße. Über die Größe und die Einrichtung der Archivräume ist nichts bekannt, ebenso wenig über mögliche Archiv- oder Registraturordnungen. Verantwortlich für das Archiv zeichnete sich der Stadtschreiber.

Die heute in vergleichsweise geringem Umfang vorhandenen Urkunden-, Amtsbuch- und Aktenbestände aus der Zeit vor dem Übergang der Stadt Freising an Bayern 1802/03 geben einen Hinweis auf tiefgreifende Dokumentenvernichtungen (Kassationen). Da die städtischen Verwaltungskompetenzen und damit auch die entsprechende Organisation durch den Einfluss der fürstbischöflichen Zentralbehörden auf das Alltagsgeschehen in der Residenzstadt bis 1803 nur wenig ausgeprägt war, dürfte das Schriftgutaufkommen im Vergleich zu anderen Städten jedoch generell weniger umfangreich ausgefallen sein.

Aufbruch in die Moderne

Stadtarchivar Friedrich Schul
Stadtarchivar Friedrich Schul (1909-ca.1918)
Stadtarchivar Rudolf Birkner
Stadtarchivar Rudolf Birkner (ca.1918-1937)
Stadtarchivar Josef Scheuerl
Stadtarchivar Josef Scheuerl (1937-1944)

Mit dem Rathausneubau von 1904/05, der für das Stadtarchiv einen geräumigen Raum im 2. Obergeschoss vorsah, kehrte es an den Marienplatz zurück. Ab 1909 begann der erste (ehrenamtliche) Archivar Friedrich Schul mit der Ordnung der Bestände - eine Arbeit, die seine Nachfolger Rudolf Birkner in den 1920er Jahre und Josef Scheuerl in den späten 1930er Jahren fortsetzten. 1937 wurden im 2. Obergeschoss des so genannten Stauberhauses, das nördlich an das Rathaus anschließt, neue, größere Räume für das Stadtarchiv geschaffen.

Stadtarchivar Norbert Bodenstedt
Stadtarchivar Norbert Bodenstedt (1948-1989)
Stadtarchivar Wolfgang Grammel
Stadtarchivar Wolfgang Grammel (1989-2012)

Unter der Regie der beiden Stadtarchivare Norbert Bodenstedt und Wolfgang Grammel kam es zu einer umfangreicheren Übernahme, Ordnung und Verzeichnung von Archivgut der Stadt. Parallel dazu hatte man begonnen, auch nichtstädtisches Archivgut, also solches von Privatpersonen, Firmen oder Vereinen zu übernehmen. ab den 1950er Jahren wurden außerdem die archivischen Sammlungen aufgebaut.

Seit 2003 hat das Stadtarchiv Freising seinen (provisorischen) Standort in einem 1914 aufgeführten Seitenflügel der ehemaligen "Vimy-Kaserne". Es ist vorgesehen, in einigen Jahren in der Altstadt einen eigenen Archivbau zu errichten.

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