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22.12.2011
Ein bewegtes und bewegendes Jahr
In einer Grußadresse zu Weihnachten und zum Jahreswechsel erinnert Oberbürgermeister Dieter Thalhammer an ein bewegtes und bewegendes Jahr, auch für Freising. Sein ausdrücklicher Dank gilt allen, die auf ihre Weise daran mitgewirkt haben, Freisings Identität zu stärken – den vielen ehrenamtlichen Kräften aus Vereinen und Organisationen oder dem Agenda- und Sozialbeirat, aber auch den Mitgliedern des Stadtrates und den Beschäftigten der Stadtverwaltung, die Weichenstellungen beschlossen und umgesetzt haben. Die Grußadresse des Oberbürgermeisters imWortlaut:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
hinter uns liegt ein Jahr, das die Welt verändert hat mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Die Bundesregierung hat den Atomausstieg beschlossen – die Freisinger Stadtwerke, daran darf ich in der Rückschau erinnern, realisieren ihren Strombezug bereits seit Anfang 2011 ohne Kernenergie.
Als Gesellschafter der Energieallianz Bayern sind die Stadtwerke Freising mittlerweile beteiligt an zwei Windparks. Das ist ein starkes Signal für einen nachhaltigen, verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt, das freilich auf ganz eigene Weise unsere Sorgen wegen der enormen Belastungen durch die geplante dritte Start- und Landebahn am Internationalen Flughafen München noch unterstreicht. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, Klage gegen den im Juli erlassenen Planfeststellungsbeschluss sowie Rechtsmittel gegen die sofortige Vollziehbarkeit einzulegen: Die Stadt Freising wird sich weiter mit Nachdruck gegen ein völlig verfehltes, ungebremstes Wachstum des Flughafens zu Lasten des Umlandes stellen.
Während die Expansionsbestrebungen des Flughafens wie ein Damoklesschwert nicht nur über der Zukunft von Attaching, sondern der gesamten Region schweben, ist die Verwirklichung der Westtangente mit der Rücknahme aller Klagen und dem klaren Beschluss des Kreistages, sich an der Finanzierung zu beteiligen, im Herbst ein greifbares Stück vorangekommen: Freising muss sein Tangentensystem schließen, um sein Stadtzentrum vor dem Verkehrsinfarkt zu bewahren.
Die Zukunft der Altstadt, aber auch das Miteinander von Planern, Anliegern, Geschäftswelt und Stadtrat, haben 2011 mit einem klar formulierten Maßnahmenkatalog profitiert von der intensiven Auseinandersetzung mit der Innenstadtkonzeption. Zusätzlich wird uns in Zukunft die abschnittsweise Sanierung und Neustrukturierung des wertvollen Asam-Gebäudes fordern: Es gilt, dieses wertvolle Baudenkmal als herausragendes kulturelles, aber auch merkantiles Zentrum der Stadt zu positionieren und mit optimierten Wegeverbindungen zum Domberg in seinem Gewicht weiter zu stärken.
Mit der Umgestaltung des vormaligen Wasserwirtschaftsamtes zum modernen „Verwaltungsgebäude Amtsgerichtsgasse 6“ konnten Stadtrat und Verwaltung im Dezember zunächst freilich einen Schlussstrich ziehen unter ein enormes Sanierungsprogramm bei den städtischen Liegenschaften, das das Altstadt-Ensemble in seiner Gesamtheit aufgewertet hat:
Die Unterbringung jetzt aller Ämter und Referate in zentralen, barrierefrei zugänglichen Dienstgebäuden lassen unsere Verwaltung Bürgernähe im besten Sinne des Wortes endlich auch räumlich leben. Und: Das Dienstleistungsunternehmen Stadtverwaltung bindet Kaufkraft an die Innenstadt – Beschäftigte wie Bürgerinnen und Bürger sind Kunden.
Mit der Fertigstellung des Volkshochschul-Gebäudes – die Generalsanierung war zwingend erforderlich zur Erfüllung der Brandschutzauflagen – konnte der Erwachsenenbildung ein Haus überlassen werden, das Funktionalität und Atmosphäre klug verbindet: Der Stadtrat hat der vielzitierten Forderung vom lebenslangen Lernen mit diesem eindrucksvollen Bildungshaus jeden faden Beigeschmack genommen.
Als Schul- und Universitätsstadt ist Freising im zu Ende gehenden Jahr stolz auf den ersten Abschlussjahrgang des Staatsinstituts für Förderlehrer, auf die Verleihung des mit 25 000 Euro dotierten Wissenschaftspreises Weihenstephan der Stadt Freising oder auf die Veranstaltungen zum 30-jährigen Jubiläum des 183 Jahre alten Dom-Gymnasiums in seinem heutigen Gebäude.
Die Katholische Studentenverbindung Isaria konnte ihr 90. Stiftungsfest begehen, der TSV Jahn Freising wurde 150 Jahre, der Haus- und Grundbesitzerverein oder der Krieger- und Soldatenverein Vötting-Hohenbachern blickten zurück auf ihr 100-jähriges Bestehen.
Diese Jubiläen sind keine bloßen Zahlen, sondern gelebte Stadtgeschichte: Hier engagieren sich Bürgerinnen und Bürger freiwillig und ehrenamtlich für ihre Stadt, die sich – die schrittweise Entwicklung des SteinParks, des Areals der vormaligen General-von-Stein-Kaserne, ist ein eindrucksvolles Beispiel – mit großer Umsicht für ein kontinuierliches, aber überschaubares Wachstum einsetzt.
Stadt und Stadtbau Freising konnten im September in Lerchenfeld Richtfest feiern für eine Wohnanlage mit 68 öffentlich geförderten Wohnungen und einer Kindertages-stätte. Noch vor dem Winter wurden die Kletterfelsen im Karwendelpark errichtet, jenem ehrgeizigen Spielflächenkonzept entlang des Karwendelrings. Mit der Eröffnung des letzten Bauabschnittes hat die Heiliggeistspitalstiftung im Juli nach einer intensiven Generalsanierung seit 2006 an der Rotkreuzstraße ein modernes Seniorenzentrum für Freising geschaffen – der beredte Beweis, dass Freising allen Generationen lebenswerte Heimat sein will.
Mein Dank gilt allen, die daran auch 2011 wieder mitgewirkt haben, den vielen ehrenamtlich tätigen Kräften bei Vereinen und Verbänden, in Agenda- und Sozialbeirat, dem Stadtrat, der Verwaltung und nicht zuletzt den Medien, die helfen, die großen Leitlinien, die erarbeitet werden, aber auch die vielen kleinen Nachrichten aus der täglichen Umsetzung der Bevölkerung zu vermitteln.
Wir haben Zeichen gesetzt in diesem Jahr 2011, das gerade hier in Freising Themen wie der Atomkatastrophe oder der Euro-Krise überzeugende Antworten entgegensetzen konnte. Auch 20 Jahre Städtepartnerschaft mit Arpajon sind ein Stück Europa, Feste wie die 13. Freisinger Kulturtage stehen für Freisinger Identität und die Anerkennung als Fairtrade-Stadt für das Bemühen, die Welt ein klein wenig gerechter werden zu lassen. Begleiten Sie uns auf diesem Weg – Freising ist es wert!
Ich wünsche Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches neues Jahr.
Ihr
Dieter Thalhammer


















