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08.07.2011

Festlicher Abend für einen bedeutenden Anlass

Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising 2011 vergeben

Das Gruppenfoto zeigt die Preisträger mit dem Oberbürgermeister und Vertretern von Universität und Hochschule
Grund zur Freude (v.l.): Dekan Alfons Gierl (Wissenschaftszentrum Weihenstephan), Prof. Dr.-Ing. Heiko Briesen, Prof. Dr. Marek Behr, Oberbürgermeister Dieter Thalhammer, Dipl. Forstwirt Michael Schmidt, Dr.-Ing. Matthias Frese und Prof. Wolf Dieter Rommel, Vizepräsident der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Festlicher Abend für einen bedeutenden Anlass: Zum zweiten Mal hat wurde am 07. Juli 2011 im Großen Rathaussaal der mit insgesamt 20 000 Euro dotierte Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising vergeben. Geehrt wurden ein Verfahrenstechniker des Wissenschaftszentrums Weihenstephan (WZW) der Technischen Universität München, der gemeinsam mit einem Kollegen der  RWTH Aachen eine wegweisende Arbeit zur Computersimulation kolloidaler Teilchen verfasst hat,  sowie ein WZW-Holzforscher für ein neues Buchen-Brettschichtholz, das er gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie als Baustoff entwickelt hat. Prof. Heiko Briesen vom TUM-Lehrstuhl für Systemverfahrenstechnik am Wissenschaftszentrum Weihenstephan und Dipl.-Forstwirt Michael Schmidt aus der Holzforschung München der TUM haben den Preis gemeinsam mit ihren beiden wissenschaftlichen Partnern bei einem Festakt mit zahlreichen Gästen aus Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erhalten.

„Freising und Weihenstephan sind international ein Begriff für Lebenswissenschaften, für eine wissenschaftliche Arbeit, die – und das sage ich ganz unbescheiden – unserem Land seine Spitzenposition in der Liga der Lehr- und Wissenschaftsstandorte sichert. Die Wissenschaftler und die Arbeiten, die wir heute auszeichnen, sind ein aussagekräftiges Beispiel für die Leistungen hier vor Ort, aber auch für die wichtige, zukunftsweisende Vernetzung und für die hohe  Praxisrelevanz, auf die wir als Wirtschaftsstandort besonders stolz sind“, betonte Oberbürgermeister Dieter Thalhammer.  Die Auszeichnung wird an in Freising tätige Wissenschaftler unter 45 Jahren verliehen, die in Kooperation mit nationalen oder internationalen Einrichtungen hervorragende wissenschaftliche Forschung betreiben. Sie ist als persönlicher Preis mit insgesamt 20 000 Euro dotiert und unterstreicht, dass sich Freising ausdrücklich mit dem Lehr- und Forschungscampus Weihenstephan identifiziert und es als Aufgabe versteht, die Reputation der Stadt als Wissenschafts- und Technologiestandort zu festigen. „Der Preis ist geknüpft an eine Zugehörigkeit zu Weihenstephan, gleichzeitig kann er eine erhebliche Außenwirkung durch den jeweiligen Kooperationspartner entfalten“, sagte der OB. „Grundgedanke ist einerseits die  nachhaltige Förderung der  wissenschaftlichen Leistungen am Standort Freising, andererseits  die überregionale, ja internationale Stärkung des Renommees von Wissenschaftszentrum und Stadt Freising. Deshalb verlangt der Preis, dass die ausgezeichneten Arbeiten jeweils in Kooperation mit in- oder ausländischen Institutionen entstanden sind durch etablierte Wissenschaftler, die weder am Beginn noch am Ende ihrer wissenschaftlichen Karriere stehen, sondern mittendrin sind im Leben und Ihrer Laufbahn.“

Ein bayerisch-rheinländisches Forscherteam   

Insgesamt 12 000 Euro sind dabei 2011 an ein bayerisch-rheinländisches Forscherteam gegangen: Prof. Heiko Briesen, der junge Inhaber des in Freisingr ansässigen Lehrstuhls für Systemverfahrenstechnik, teilt sich die Auszeichnung mit seinem Kollegen Prof. Marek Behr vom Lehrstuhl für Computergestützte Analyse Technischer Systeme der RWTH Aachen. Die Kooperationspartner bekommen den Preis für ihre Forschung zur Strukturbildung von kolloidalen Aggregaten, am Festabend vorgestellt von Prof. Dr.-Ing. Jan-Willem G. van de Kuilen: Die beiden haben per Computersimulation sogenannte „kolloidale Lösungen“ untersucht – also Flüssigkeiten, in denen winzige Partikel schwimmen. Diese Lösungen sind bei der Bier- oder Arzneimittelherstellung gefragt, doch wie sich die einzelnen Partikel im Produktionsprozess verhalten war bisher weitgehend ein Rätsel. Heiko Briesen und seinem Partner ist es nun gelungen, durch moderne Simulationsmethoden und Hochleistungsrechner diese Strukturbildungsvorgänge zu beschreiben und zu verstehen. Die Ergebnisse können helfen, Herstellungsprozesse in der Nahrungs- und Pharmaindustrie zu optimieren.

Kooperationspartner aus Karlsruhe 

Ein weiterer Preis von 8000 Euro ging an Dipl.-Forstwirt Michael Schmidt (Promotion am TUM-Lehrstuhl für Holzwissenschaften) und seinen Kooperationspartner Dr. Matthias Frese (Karlsruher Institut für Technologie) für die Entwicklung eines zukunftsfähigen Baumaterials aus Buchenschnittholz.

Die Buche ist für die nachhaltige Waldbewirtschaftung sehr wichtig, war bisher aber nicht als Baustoff für tragende Zwecke etabliert. Dies konnten die Forscher ändern: Sie haben gezeigt, dass man Brettschichtholzträger aus Buche oder Buche-Hybridträger mit Kernlamellen aus Nadelholz für viele architektonische Zwecke verwenden kann und ihre besondere Eignung für schlanke, kompakte Konstruktionen im Innenbereich nachgewiesen. Damit konnten sie eine bauaufsichtliche Zulassung erreichen; zur Demonstration des neuen Materials soll auf dem Campus Weihenstephan nun ein komplettes Bürogebäude aus Buchenbrettschichtholz entstehen. Die Laudatio auf dieses Forscherteam hielt Prof. Dr. Gerd Wegener.

 „Die doppelte Auszeichnung zeigt nicht nur, dass wir am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TUM herausragende Nachwuchswissenschaftler haben. Sie beweist gleichzeitig, wie hervorragend der hier ansässige Grüne Campus mit exzellenten Forschern außerhalb der Region vernetzt ist – zum Wohle der gesamten wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit“, kommentiert WZW-Dekan Prof. Alfons Gierl. Für OB Thalhammer unterstreicht die hohe Praxisrelevanz der prämierten Arbeiten 2011 zugleich die große Bedeutung der Wissenschaft für die Wirtschaft: „Moderne, praxisnahe Forschung schärft das Profil unseres europaweit einzigartig aufgestellten Lehr- und Forschungscampus in Freising-Weihenstephan. Die Wissenschaft spielt als Kooperationspartner für die Industrie und damit als Standortfaktor eine bedeutende Rolle für Freising."

Die Veranstaltung im Rathaus wurde musikalisch von Sabina Lehrmann und Christoph Eglhuber gestaltet, die Staatliche Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan hatte dem Saal mit ihren ambitionierten Blumenarrangements festlich gestaltet.  

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