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20.10.2011
Faszination „Weltwald“
Der Amtschef des Staatministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Martin Neumeyer, eröffnete gemeinsam mit dem Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Reinhardt Neft, den neu gestalteten „Weltwald“ bei Freising. „Das ehemalige Landesarboretum im Kranzberger Forst ist mit gut 80 Hektar Fläche eines der größten Arboreten Deutschlands und dazu noch etwas ganz besonders: Nicht nur Einzelbäume finden sich dort, sondern ganze Wälder, die mit Exoten begründet wurden“, berichtet die Bayerische Staatsforsten. Das für den Weltwald extra entwickelte Besucherkonzept, das pünktlich zur Eröffnung am 19. Oktober 2011 auf Teilflächen fertig gestellt wurde, lasse den Besuch zu einem echten Erlebnis werden – das unterstrich auch Reinhardt Neft: „Zusammen mit der Forstverwaltung wurde hier ein echtes botanisches Kleinod geschaffen“, so der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten.
200 Baum- und Straucharten
Im Kranzberger Forst wachsen mittlerweile gut 200 Baum- und Straucharten, geordnet nach den Naturräumen der Kontinente Europa, Amerika und Asien – rund 500 sollen es mal werden. Der Weltwald, der der Öffentlichkeit für kundige Spaziergänge und den forstwissenschaftlichen Fakultäten des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der Technische Universität München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zur Lehre dienen soll, wird über sieben Kilometer Spazierwege, vier Informationspavillons sowie europäische, asiatische und amerikanische Themenwege erschlossen. „So kann man über Trampelpfade, die jeweils von den Spazierwegen abzweigen, regelrechte Wald-Welten entdecken, wie man sie sonst in Asien oder Amerika findet“, betont die Bayerische Forstverwaltung.
Riesenmammutbäume bei Freising
Bis zu 100 Meter kann können sie werden, die Riesenmammutbäume, die mittlerweile auch im Weltwald wachsen. Sie sind eigentlich in der westamerikanischen Sierra Nevada zu Hause, fühlen sich aber auch in Freising wohl. „Allerdings brauchen sie noch etwas Zeit um die Höhe zu erreichen, da sie erst kürzlich gepflanzt wurden. Gleiches gilt für die japanische Schirmtannen, die japanischen Magnolien sowie Styrax- und Katsurabäume, die man im asiatischen Teil finden kann“, informieren die Bayerischen Staatsforsten und machen damit Lust, immer wieder zu kommen und die Entwicklungen zu verfolgen.
Bei der Auswahl der Baumarten sei die Winterhärte entscheidend, berichtet Herbert Rudolf, Leiter des Weltwalds und des Forstreviers Freising: „Alle unsere Bäume kommen aus Gegenden, die ein ähnliches Klima haben wie wir hier in Bayern. Sie müssen in der Lage sein, entsprechende Frostlagen zu überstehen“, erklärt der Staatsförster.
Geschichte des Weltwalds
In einem kurzen Überblick beschreibt die Bayerische Staatsforsten die Geschichte des heutigen Weltwaldes unmittelbar vor den Toren der Stadt Freising: Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in der Flur eines aufgegebenen Bauernweilers, von dem heute nur noch die Waldkirche St. Clemens zeugt, viele importierte Bäume gepflanzt. Aus dieser Zeit stammen noch viele Altexoten wie Douglasien, amerikanischen Roteichen, Japanlärchen und Tulpenbäume. 1977 wurde der Aufbau eines Landesarboretums durch die damalige Bayerische Staatsforstverwaltung wird beschlossen, 1987 haben dann ganz gezielt Pflanzungen begonnen.
Seit 2005 wird das Landesarboretum durch die Bayerischen Staatsforsten betreut – und 2011 wird aus dem Landesarboretum ganz offiziell der „Weltwald“: In Zusammenarbeit von Bayerische Staatsforsten und Bayerischer Forstverwaltung wird ein neues Besucherkonzept verwirklicht.
Bayerische Staatsforsten
Die Bayerischen Staatsforsten sind mit einer Fläche von etwa 805.000 Hektar und mit rund 2.800 Beschäftigten das größte deutsche Forstunternehmen. Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften den gesamten bayerischen Staatswald nach klaren Vorgaben: „Natur bewahren. Erfolg sichern. Dem Menschen dienen.“ Lautet die Zielvorgabe, die in jährlichen Kontrollen auch die unabhängige Waldzertifizierungsorganisation PEFC überprüft wird. „Nachhaltige, naturnahe Forstwirtschaft, wie sie bei uns, den Bayerischen Staatsforsten, gelebt wird, wird so allen gerecht: den Menschen, die im Wald arbeiten oder sich erholen wollen, der Gesellschaft, die den nachwachsenden, umweltfreundlichen Rohstoff Holz zunehmend nachfragt, und den Tieren und Pflanzen, für die der Wald wertvollen Lebensraum bietet.“ Mehr unter www.baysf.de












