Freising & Ich
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Chronologisch
6. Jhd. Bei Landnahme durch Bajuwaren Gründung einer dörflichen Siedlung mit Adelssitz.
vor 724 Marienkirche und Herzogsitz auf dem Domberg (1. Dom). Stephanskirche auf dem Weihenstephaner Berg.
um 724 Ankunft des hl. Korbinian (1. Bischof und Stadtpatron). Beginn der Missionstätigkeit.
739 Errichtung des Bistums durch Bonifatius.
744 Der Name Freising (Frigisinga) taucht zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde im Traditionsbuch des bischöflichen Notars Cozroh auf.
ab 750 Reiche bedeutende Schenkungen, Kauf- und Tauschhandlungen an das Hochstift in der ersten Entwicklungsphase u.a.:
- Das Gebiet von Föhring an der Isar mit der wichtigen Salzbrücke über Hallbergmoos bis Freising (750).
- Herrschaften in allen Ländern der alten österreichischen Monarchie, so in Innichen im Pustertal, Südtirol (769), Lack mit dem Hauptort Bischofslack bei Laibach in Krain (974), Rotenfels mit Oberwölz und St. Peter in der Steiermark (1033), Waidhofen an der Ybbs (1033), Ulmerfeld mit Neuhofen (996), Hollenburg in der Wachau (1033) und die Grafschaft Großenzersdorf bei Wien (1025), alles Gebiete in Niederösterreich.
764-783 Bischof Arbeo, einer der ersten Geschichtsschreiber Deutschlands gründet bedeutende Schreibschule, Kanzlei und Bibliothek.
955 Ungarische Reiterheere plündern die Stadt, der Domberg bleibt verschont.
996 Kaiser Otto III. verleiht dem Freisinger Bischof für seine Stadt das Recht des täglichen Marktes, sowie das Münz- und Zollprivileg.
1005 Bischof Egilbert prägt einen Silberpfennig mit Schriftkreuz und Letternkirche.
um 1021 Umwandlung des Kollegiatstifts Weihenstephan (errichtet um 830) in ein Benediktinerkloster.
um 1100 Allmähliches Zusammenwachsen der verschiedenen Siedlungskerne Mitterfreising, Domberg mit suburbium (bewohnt vom Hofgesinde des Domkapitels, der Freisinger Stifte und Klöster) und des gegenüberliegendem Wirtschaftshof mit ländlichen Anwesen (versorgte die Burg) zu einer mittelalterlichen civitas.
1138/58 Bischof Otto, Sohn des Markgrafen Leopold von Österreich, bedeutender Geschichtsschreiber und Philosoph des Mittelalters, schreibt Weltchronik (1143-1146) und Gesta Friderici I (1157-1158), stärkt das Bistum nach außen und nach innen und gründet 1142 das Prämonstratenserkloster Neustift.
1140 König Konrad III. bestätigt die Privilegien aus dem Jahr 996, gleichzeitig verleiht er der Stadt Jahrmarktrechte, d.h. das Recht auf Abhaltung größerer Märkte (Pferde-, Vieh- und Getreidemärkte, Dulten).
1158 Der bayerische Herzog Heinrich der Löwe läßt die Freisingische Zollbrücke bei Föhring abreißen; durch die Verlegung des Handelsweges nach Süden geht dem Bischof eine wichtige Einnahmequelle verloren und der Aufstieg der neugegründeten Stadt München beginnt.
1159 Verheerender Stadt- und Dombrand führt zum 3., heute noch bestehenden Dombau.
1249 Die Grafschaft Garmisch (1249), die Grafschaft Partenkirchen-Mittenwald (1294) und die Grafschaft Ismaning (1319) runden den weltlichen Besitz des Hochstifts ab.
13. Jhd. Herausbildung einer Bürgervertretung, zunächst bestehend aus "12 weiser Leute Rat". Die späteren Bürgermeister waren von Beruf überwiegend Wirte, Brauer, Kauf- und Handelsleute.
1315 Wertvolle Aufschlüsse zur Stadtgeschichte liefert die älteste Diözesanmatrikel, die sog. „Konradinische Matrikel“
1328 Rechtsbuch des Ruprecht von Freising (Sammlung aller Privilegien und Gewohnheiten der Stadt Freising unter Verwendung des alten Stadtrechts, 1307 urk. erwähnt).
1359 Bischof Albert verleiht Freising 1359 Stadtrechte.
1376 Den Grundstock zum Heiliggeistspital bildet eine Schenkung von Konrad Gaymann.
1395 Bürgermeister Stephan Weinmayr verrät die Stadt an den Herzog Ludwig von Bayern-Ingolstadt. Doch die Soldaten des Herzogs finden wegen eines Unwetters Freising nicht. Weinmayr wird nach einem Prozeß auf dem Marienplatz enthauptet.
1452 Errichtung des Münchner Stadttores, welches nun das kleine Münchner Törl ablöst.
1464 Kaiser Friedrich III. läßt in der Stadt Freising Juden aus dem ganzen Reich zusammenkommen und sie zu ihren Geschäftsgebaren befragen.
ab 1474 Beginn der Buchdruckerkunst in Freising. Massive Befestigung des Dombergs und Ausbau der Stadtbefestigung gegen die Türkengefahr.
1494 Bauvollendung der St. Georgs Stadtpfarrkirche (erste urkundliche Erwähnung 1230) durch Lukas Rottaler, den Polier des Baumeisters der Münchner Liebfrauenkirche, Jörg von Halsbach. Als kleine Kirche St. Jörg im Moos bis ins 10. Jahrhundert zurückgehend.
1560 Mit den Stiftungsgeldern Freisinger Bürger wird ein größeres Bruderhaus (Vinzentinum) beim Münchner Tor errichtet. Schon 1307 ist ein Leprosenhaus urkundlich erwähnt.
1608 Freising wird an das Taxische Postnetz angeschlossen.
1633 König Gustav Adolf läßt die verlassene bischöfliche Residenz plündern und brandschatzt die Stadt um 30.000 Gulden und nimmt acht Stadträte als Geiseln.
ab 1651 Bischof Albert Sigismund läßt die Glasbläserei beleben ("Freisinger Flüß") und 1674 die Mariensäule errichten.
ab 1695 Unter Bischof Johann Eckher von Kapfing und Lichteneck erlebt das Bistum einen neuen künstlerischen und kulturellen Höhepunkt. Der Dom wird durch die Gebrüder Asam prunkvoll ausgestattet, die Neustifter Klosterkirche entsteht unter Hofarchitekt Antonio Viscardi (Innenarbeiten von I. Günther und J.B. Zimmermann). Am Marienplatz läßt er das fürstbischöfliche Lyzeum und Gymnasium mit dem prachtvollen Asamsaal neu errichten und setzt sich auch für den Ausbau der sozialen Einrichtungen ein (1705 Krankenhausbau); ebenso läßt er aus eigenen Mittel den barocken Turm von St. Georg durch Antonio Riva bauen.
Anläßlich der 1000-Jahresfeier des Bistums 1724 erteilt Eckher dem Benediktinerpater Karl Meichelbeck den Auftrag eine großangelegte Geschichte des Freisinger Bistums zu schreiben, die erste quellenkritische Bistumsgeschichte Deutschlands.
1796 Erstmalige Besetzung durch die Franzosen, weitere 1800, 1805. In den Jahren 1800-1818 dürften ca. 20.000 Mann in Freising einquartiert und verpflegt worden sein.
1802/03 Die Säkularisation (= Verweltlichung; Rechtsgrundlage war der Regensburger Reichsdeputationshauptschluß von 1802) beendet mit der Aufhebung des Hochstifts die weltliche Herrschaft des Bischofs. Sieben Kirchen werden abgebrochen, Kunstwerke sowie Bibliotheks- und Archivgut nach München gebracht oder verkauft. Nicht nur das geistliche und künstlerische, sondern auch das wirtschaftliche Leben sind empfindlich gestört. Die Einwohnerzahl nimmt um etwa 500 auf ca. 3.500 ab.
Die Stadtverwaltung wird aufgelöst und die Chevauxlegers (Reitergarnison) ziehen ins ehemalige Kloster Neustift ein.
1803/07 Verlegung der kurfürstlichen Musterlandwirtschaftschule, der ersten Lehranstalt ihrer Art in Deutschland nach Weihenstephan.
1805 Bau der neuen Isarbrücke und eines Erddamms am linken Isarufer.
1806 Erstmalige Magistratswahlen mit neuer Zusammensetzung (ein Bürgermeister, 6 Magistratsräte und 6 Personen eines bürgerlichen Ausschusses). Das Gemeindeedikt von 1818 bestimmt Freising zur unmittelbaren Stadt II. Klasse.
1811 Der Aufforderung zur Straßenbeleuchtung kommen nur die Häuser der Brauer und Wirte nach. Neufestsetzung der 6 Dulten (einschl. Pferde-, Horn- und Kleinviehmarkt).
1813 Das Schullehrerseminar wird von München nach Freising verlegt (ab 1866 Lehrerbildungsanstalt).
1821 Die Diözese Freising wird zum Erzbistum München-Freising erhoben.
1826 König Ludwig I. gründet das Priesterseminar in der ehemaligen Bischofsresidenz und
1834 das königliche Lyceum, ab 1923 Philosophisch-Theologische Hochschule. Das königliche Appellationsgericht wird von Landshut nach Freising verlegt.
Durch die militärische Belegung des alten städtischen Krankenhauses (1705 unter Bischof Eckher errichtet) im Jahre 1826, mußt im ehemaligen fürstbischöflichen Hofgarten ein neues Krankenhaus erbaut werden.
1837 Der Magistrat eröffnet eine Sparkasse.
1838 Der Bürgermeister Franz Seraph Sporrer, Sohn des Hacklbräuers errichtet an der Stelle des ehemaligen Heiglbräu sowie des Weindlbräu ein repräsentatives Gebäude (heutiger Bayerischer Hof).
1839 Das königliche Appellationsgericht wird von Landshut nach Freising ins ehemalige fürstbischöfliche Lyzeum verlegt.
1842 Gründung des Verschönerungsvereins, des Gewerbevereins und der Freisinger Liedertafel (beide 1844).
1852 Weiterentwicklung der Musterlandwirtschaftschule in Weihenstephan zur Landwirtschaftlichen Centralschule mit einer eigenen brautechnischen Abteilung.
1853 Franz Paul Krumbach erster rechtskundiger Bürgermeister (1853-1869) der Stadt Freising. Unterstützt wird er von einem Magistrat aus 8 Mitgliedern, einem rechtskundigen Rat sowie dem Stadtschreiber. Als Gemeindebevollmächtigte (aus ihrer Mitte wurden die Magistratsräte gewählt) werden weitere 24 Bürger gewählt.
1858 Die Eisenbahnstrecke München-Landshut bringt Freising (Konkurrent war Erding) Anschluß an Industrie und Wirtschaft; damit wird die erste Ansiedlungswelle einiger bedeutender Industriebetriebe ermöglicht (Maschinenfabriken Anton Steinecker, Eisengießerei Josef Frimberger 1875, Motorenfabrik Schlüter 1899, Tuchfabrik Feller 1906).
1862 Freising wird kreisfreie Stadt und eine öffentliche Gasbeleuchtung wird eingeführt. Erste Ansiedlungen im heutigen Stadtteil Lerchenfeld auf der rechten Isarseite.
1865 Errichtung einer Turn- und Schwimmanstalt in den Isaranlagen durch die Stadt (private Badeanstalten ab 1838).
1883 Bau des Waisenhauses an der Kammergasse.
1894 Inbetriebnahme des ersten Elektrizitätswerkes von Kommerzienrat Dr. Datterer für seine Druckerei und einem Teil der Stadt. Inbetriebnahme des städtischen Schlachthofs (Schließung 1993).
1895 Weihenstephan wird Königlich Bayerische Akademie für Landwirtschaft und Brauerei und 1919 zur Hochschule mit Promotionsrecht.
1898 Das letzte der mittelalterlichen Stadttore, das Ziegeltor, wird aus verkehrstechnischen Gründen abgebrochen.
1902 Errichtung einer Schwimm- und Badeanstalt in Lerchenfeld.
1904/07 Rathausneubau unter Bürgermeister Stefan Bierner durch den Architekten Günther Blumentritt.
1905 Mit derEingemeindung von Neustift zählt Freising nun ca. 14.000 Einwohner.
1906 Erbauung der Jägerkaserne (seit 1938 Vimykaserne).
1930 Das Schülerheim der Pallottiner, später mit erzbischöflichem Studienseminar, wird eingeweiht
1933 Am 24. März forderte der Sonderkommissar Sturmbannführer Hans Lechner den bisherigen 32 Jahre tätigen Bürgermeister Hofrat Stephan Bierner zum Rücktritt auf.
1936/37 Bau der General-von-Stein-Kaserne auf dem Lankesberg, zunächst für die Unterbringung eines Artillerieregiments.
1937 Vötting mit Weihenstephan wird eingemeindet.
1945 Der einzige schwere Fliegerangriff am 18. April fordert 224 Todesopfer, 190 Gebäude werden beschädigt, 20 Gebäude, darunter die evangelische Kirche, der Bahnhof und die Post, vollständig zerstört.
ab 1945 bringt der Zuzug von ca. 7.000 Heimatvertriebenen einen sprunghaften Bevölkerungsanstieg (1948 etwa 27.000 Einwohner). Vor allem die Erschließung neuer Wohngebiete (wie in Lerchenfeld) und die Gewinnung von Arbeitsplätzen sind die dringenden Forderungen dieser Zeit. Städtebauliche Eingriffe verändern auch Freising. Einige historische Bauten verschwinden leider, aber andere wertvolle Häuser und Gebäude, wie Kirche und Kloster Neustift, das Philippschloß, das alte Lyceum und das sogenannte Ziererhaus, um nur einige zu nennen, können erhalten bzw. saniert werden.
1968 Als „Ersatz“ für die Philosophisch-Theologische Hochschule, die nach München verlegt wird, zieht das "Bildungszentrum der Erzdiözese München-Freising" in die Räume des Priesterseminars ein.
1972 Seit der Gebietsreform ist Freising große Kreisstadt mit den Ortsteilen Neustift (1905), Vötting (1937), Haindlfing, Itzling, Sünzhausen, Tüntenhausen (1972), Attaching und Pulling (1978). Freising ist wieder Sitz eines Regionalbischofes.
1974 Eröffnung des Diözesanmuseums für christliche Kunst.
1979 Renovierung des historischen Eckher-Hauses durch die Stadt (u.a. Unterbringung der Sing- und Musikschule).
1981 Renovierung des Domgymnasiums, Nachfolger des fürstbischöflichen Gymnasiums.
1987 Einweihung des neuen Dienstgebäudes für das Landratsamt Freising im ehemaligen Prämonstratenserkloster Neustift ("Schönstes Landratsamt Deutschlands").
Einführung einer verkehrsberuhigten Zone in der Freisinger Innenstadt.
1989 Umzug des Amtsgerichtes und des Vermessungsamtes in die renovierte Domdechantei.
1991 Städtepartnerschaft mit Arpajon (weitere Partnergemeinden Obervellach und Maria Wörth).
1992 Auf einer Fläche von fast 1.400 ha, mit einem Kostenaufwand von rund 7 Mrd. Mark geht am südlichen Stadtrand von Freising der Großflughafen München II in Betrieb.
1994 Oberbürgermeister Dr. Adolf Schäfer, der Nachfolger des unvergessenen Max Lehner (1948-1970) überläßt nach 24 Jahren dem neuen OB Dieter Thalhammer die Führung der Stadt.
1996 Freising begeht die 1000-Jahr-Feier der Verleihung des Markt-, Münz- und Zollrechts an den Freisinger Bischof Gottschalk durch Kaiser Otto III.
1997 Jubiläumsfest 300 Jahre Hochschule Freising.
1998 Freising zählt 40.000 Einwohner auf fast 90qkm Gemeindegebiet.











